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Sächsischer Bürgerpreis

Mann im Anzug spricht vor einem breiten Publikum in einem Kellergewölbe.
Die Verleihung des Bürgerpreises 2018 in der Unterkirche der Frauenkirche Dresden.  © Matthias Rietschel

Zum achten Mal wurde am 23. Oktober 2018 in der Unterkirche der Frauenkirche der Sächsische Bürgerpreis verliehen. Gemeinsam mit der Stiftung Frauenkirche Dresden und der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank würdigt der Freistaat Sachsen Vereine, Initiativen, Institutionen oder Einzelpersonen für ihren herausragenden Einsatz für die Gesellschaft, für Toleranz und für Demokratie.

Stellvertretend für die zahlreichen Menschen, die sich in Sachsen ehrenamtlich engagieren, wurden in den insgesamt fünf Kategorien gesellschaftlich-soziales und kulturell-geistliches Engagement, Engagement in der Schule oder im Sport sowie in der Arbeit mit Flüchtlingen insgesamt sieben Personen oder Initiativen ausgezeichnet. In jeder Kategorie werden 5.000 Euro von den Stiftern bereitgestellt.

Die Vorschläge zur Nominierung reichen die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister bei den jeweiligen Landräten beziehungsweise Oberbürgermeistern der kreisfreien Städte ein. Diese nominieren die Initiativen oder Personen, die dann gebeten werden, eine Projektbeschreibung an die Sächsische Staatskanzlei zu senden.

Daraufhin wählt eine unabhängige Jury die Preisträger aus den nominierten Projekten, Initiativen und Einzelpersonen aus. Die Jury entschied sich in diesem Jahr, den Preis in der Kategorie »gesellschaftlich-sozial« zu teilen und schlug außerdem einen Sonderpreis in der Kategorie »kulturell-geistlich« vor.

Kontakt

Ansprechpartner

Leitungsstab 2

Susanne Limbach

Telefon: 0351 564-1367

E-Mail: buergerpreis@sk.sachsen.de

Die Preisträger 2018

Gesellschaftlich-Soziales Engagement

Der Preis in dieser Kategorie wurde geteilt.

KRABAT e.V. (Nebelschütz) Der Verein verfolgt die Idee einer KRABAT-Region; die Sagengestalt soll zu einer regionalen Marke entwickelt werden. Ziel ist, die Region wirtschaftlich, touristisch und gesellschaftlich zu entwickeln. Dabei geht es insbesondere um die Bewahrung von ländlichen Bräuchen und Traditionen und der sorbischen Sprache und Kultur.

Giro e.V. (Leipzig) Die Projektgruppe »greater form« leistet Stadtteil- und Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche. Dabei hat sie Kinder und Jugendliche, deren Zugang zu Kultur, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe aufgrund ihre familiären und sozialen Hintergrundes erschwert ist, besonders im Blick. Sie werden gezielt in demokratische Entscheidungsprozesse einbezogen.

Laudatorin: Birgit Munz, Vizepräsidentin des Oberlandesgerichts Dresden, seit 2007 zusätzlich Präsidentin des Verfassungsgerichtshofes des Freistaates Sachsen

Männer und Frauen posieren für ein Foto. © Matthias Rietschel

Engagement im Sport für Demokratie und Toleranz

Jürgen Göbel (Mülsen, Landkreis Zwickau) engagiert sich seit über 50 Jahren als ehrenamtlicher Leichtathletik-Trainer, entdeckte und entwickelte u.a. den Olympiasieger Lars Riedel. In der Wendezeit trug er zur Aufrechterhaltung des Sportbetriebes wesentlich bei. In der Ganztagsgrundschule bietet er eine AG an, um die Kinder für das Sporttreiben zu begeistern. Talentierte Kinder versucht er, für den Wettkampfsport zu gewinnen.

Laudator: Lars Riedel, ehemaliger Diskuswerfer und Olympiasieger

Männer posieren für ein Foto. © Matthias Rietschel

Kulturell-Geistliches Engagement

Dr. Uwe Niedersen (Torgau) organisiert kulturgeschichtliche Seminare, Generationengespräche und Exkursionen, gibt Schriften heraus und führt Ausstellungen durch. Einem lokalen Netzwerk historischer Forschung gehören zahlreiche, Vereine, Initiativen und Kirchgemeinden an. Mehrere von ihm herausgegebene Bücher wurden in das Schriftenverzeichnis der Landeszentrale für politische Bildung übernommen. Dr. Niedersen engagiert sich auch im Förderverein Europa Begegnungen, der mit seiner Arbeit überregionale und internationale Beachtung findet.

Laudator: Noah Wehn, Vorsitzender des Landesschülerrates Sachsen

Männer posieren für ein Foto. © Matthias Rietschel

Engagement in der Schule für Demokratie und Toleranz

Dr. Christoph-Hufeland-Oberschule Plauen Über das Projekt »Produktives Lernen« erhalten abschlussgefährdete Jugendliche die Chance, einen Hauptschulabschluss zu erwerben. Dies geschieht durch eine Vernetzung der Schule mit Handwerksbetrieben. Außerdem engagiert sich die Schule als UNESCO-Projekt-Schule seit vielen Jahren für Demokratie und Toleranz.

Laudator: Dr. Jörg Dittrich, Dachdeckermeister und Diplom-Hochbauingenieur, Präsident der Handwerkskammer Dresden

Männer und Frauen posieren für ein Foto. © Matthias Rietschel

Engagement in der Arbeit mit Flüchtlingen

Jacqueline Schech (Dresden) hat seit 2016 ehrenamtlich zehn Vormundschaften für unbegleitete ausländische Minderjährige übernommen. Sie übt damit die elterliche Sorge aus und begleitet die Flüchtlinge auf ihrem Lebensweg. Einen der Flüchtlinge hat Frau Schech in ihre Familie aufgenommen. Darüber hinaus arbeitet sie als Bildungspatin, unterstützt die ABC-Tische für Frauen, gibt Unterricht für Flüchtlinge und übernimmt Patenschaften.

Laudatorin: Youmna Fouad Steckler, Marwa-El-Sherbini-Stipendiatin der Stadt Dresden

Männer und Frauen posieren für ein Foto. © Matthias Rietschel

Sonderpreis Kulturell-Geistliches Engagement

Die Jury schlug einen einmaligen Sonderpreis für die Kategorie Kulturell-geistlich vor:

Kulturinitiative Zwenkau e.V. Als 2003 das Kino abgerissen werden sollte, formierte sich der Verein, erwarb die Eigentumsrechte, entwarf ein tragfähiges Konzept und begann mit eingeworbenen Fördermitteln das Kino umzubauen.

Parallel dazu gab es Veranstaltungen und Projekte mit Schulen. Über 50.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden wurden geleistet. Es entstand ein Kommunikations- und Kulturzentrum für Einheimische und Zugezogene.

Laudatorin: Nathalie Wappler Hagen, Programmdirektorin MDR Halle

Männer und Frauen posieren für ein Foto. © Matthias Rietschel
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