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Preisträger der letzten Jahre

Hier finden Sie eine Übersicht aller bisherigen Preisträger des Sächsischen Bürgerpreises, der 2011 zum ersten Mal verliehen wurde.

Preisträger 2017

Mosaika e.V., Bischofswerda

2015 gründeten Spätaussiedler in Bischofswerda einen Verein, der sich vor allem für Menschen mit Migrationshintergrund, Aussiedler und Asylbewerber einsetzt. Die Initiative befördert den Erfahrungsaustausch und die gegenseitige Hilfe zwischen Aussiedlern und Flüchtlingen. Gemeinsame Feste mit Einheimischen und die Zubereitung von Gerichten fördern den interkulturellen Austausch. Der Verein kooperiert mit zahlreichen Partnern in Bischofswerda und ist Mitglied des Bürgerbündnisses.

Petra Hering, Königstein

Im Herbst 2015 gründete Petra Hering die AG Flüchtlingshilfe und war darüber hinaus Patin für zwei Flüchtlingsfamilien. Sie organisiert bis heute ein Begegnungscafé und eine Kleiderkammer. Mit Ihrem Engagement trägt Sie wesentlich dazu bei, dass Flüchtlinge in Königstein erfolgreich integriert werden.

© Matthias Rietschel

Der Radebeuler Handballverein e.V. arbeitet zusammen mit den Behindertenwerkstätten. Durch Sporttraining und Wettbewebe werden Schüler und Erwachsene gleichermaßen in das Vereinsleben integriert. Die behinderten Athleten sind vollwertige Mitglieder mit allen Rechten und Pflichten.

Dazu zählen nicht nur Wahlrechte, Ordnungsdienste und Trainerarbeit sondern auch die Teilnahme an Vereinsfeiern. Der Verein organisiert gemischte Turniere auf Vereinsebene, womit Berührungsängste abgebaut und Toleranz gefördert werden sollen.

© Matthias Rietschel

In der »AG Spurensuche« an der Rudolf-Hildebrand-Schule in Markkleeberg recherchierten mehr als 20 Schüler zu Opfern der NS-Diktatur in der Stadt. Dabei konnten 80 jüdische Opfer ermittelt werden. Für sechs der Opfer wurden auf Initiative der Schüler Stolpersteine gesetzt. Mit einem der Zeitzeugen führten die Schüler ein Interview.

Die Ergebnisse der Recherchen wurden medial aufbereitet und sind online abrufbar. Ihre Foschungsergebnisse präsentieren die Schüler zusätzlich auf Gedenktagen und Konferenzen sowie der Jüdischen Woche. Damit leisten die Schüler einen großen Beitrag zur Erforschung und Vermittlung regionaler Geschichte und setzen sich mit den Problemfeldern Gewalt, Feindbilder und Fremdenhass auseinander.

© Matthias Rietschel

Die Kirchgemeinde Markleeberg-West entwickelt seit 2006 aus der Kirchenruine Zöbigker einen kulturell-geistlichen Ort, an dem regelmäßig Freiluftveranstaltungen stattfinden. Mit ihrem Wirken ist eine Begegnungsstätte für Markkleeberger und die Gäste der Stadt entstanden, an der neben histortischen und kulturellen Inhalten auch christliche Werte vermittelt werden sollen.

© Matthias Rietschel

Seit 1986 ist Simone Bohne Pflegemutter in Colditz. Sie nimmt Kinder in Not auf und hilft, diese in eine andere Familie oder zu den Eltern zurück zu begleiten.

In ihrer beruflichen Laufbahn hat sie bereits 45 Kinder betreut. Zwei Kinder sind als Dauerpflegekinder bei ihr geblieben. Darüber hinaus steht sie in ihrer Position als Bereitschaftspflege dem Jugendamt für die Unterbringung in Obhut genommener Kinder auch in den späten Abendstunden, Feiertags oder an Wochenenden zur Verfügung.

© Matthias Rietschel

Preisträger 2016

Betreuungslotsen bieten Hilfe zur Selbsthilfe für straffällig gewordene Jugendliche. Sie unterstützen bei der Suche nach einer Wohnung und einem Ausbildungsplatz und geben Hilfe im Alltag. Die Lotsen leisten einen Beitrag zur Kriminalprävention und schaffen mit den Jugendlichen Grundlagen für ein straffreies und geordnetes Leben.

Jörg Dathe ist stellvertretender Vorsitzender des Döbelner SV sowie Integrationsbeauftragter im Programm »Integration durch Sport«. Flüchtlingen und bedürftigen Kindern aus sozial schwachen Verhältnissen werden sportliche Angebote gemacht. Der Verein ist aktiv bei der Integration. So wurden im Döbelner SV drei Freizeitsportgruppen für die zahlreichen Flüchtlinge in der Stadt gebildet.

Ältere, Kranke und Menschen mit Behinderung werden von Bücherboten regelmäßig zu Hause besucht und mit einem Medienpaket versorgt. Dieses wird individuell auf die Interessen des einzelnen Lesers zusammengestellt. Aktuell werden fast 100 Leser von ehrenamtlichen Bücherboten besucht. Dieser Service ist für dauerhaft immobile Menschen in der Jahresgebühr inklusive und bereichert ihr Leben kulturell und bietet soziale Kontakte.

Der Adam-Ries-Bund e.V. organisiert mit dem Adam-Ries-Wettbewerb einen jährlichen mathematischen Wettbewerb für Schüler der Klassenstufe 5 aus Bayern, Sachsen, Thüringen und Tschechien. Der 1991 gegründete Verein verfolgt das Ziel der Bewahrung des kulturellen Erbes, weckt mathematische Interessen, Freude am Rechnen und befasst sich mit dem Werk des Rechenmeisters Adam Ries. Die Organisation des Wettbewerbs und die Betreuung der Schüler erfolgt durch die ehrenamtlichen Mitglieder.

Die Schüler setzten sich neben ihrem Schulalltag in der Gemeinschaftsunterkunft Friedersdorf ehrenamtlich für Flüchtlinge ein. Unter dem Titel »Friede hilft!« brachten sie Flüchtlingen Sprache und Kulturverständnis nahe, betreuten Kinder während der Deutschkurse und vermittelten die Kultur und den Alltag in Deutschland. Höhepunkt war eine Feier zum Frauentag, wo gemeinsam gekocht, getanzt und gefeiert wurde.

Preisträger 2015

Mit Deutschkursen, Sport- und Freizeitaktivitäten, gemeinsamen Ausflügen aber auch mit der Begleitung bei Arztbesuchen und Behördengängen unterstützt der Verein Flüchtlinge und Asylbewerber im Dresdner Osten und leistet gleichzeitig wichtige Aufklärungsarbeit innerhalb der Bevölkerung.

Wolfgang Goldstein verfasst Geschichten zu Musicals für Kinder und Erwachsene, die sich mit dem Thema Ausgrenzung befassen – und führt die Schüler damit an tolerantes Verhalten und Verständnis heran. Die Aufführungen in Dresden, Chemnitz und Schleife koppelt der Schulleiter mit Spendensammlungen für Kinder in Not.

Der Hospizverein unterstützt Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörige am Krankenbett, in der Trauerphase innerhalb von Einzelgesprächen, in Gruppen oder im offenen Trauercafé, aber auch durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit.

Tim Döke wurde in dieser Kategorie für seinen Einsatz bei der Integration von Flüchtlingen durch Sport ausgezeichnet. Er ist Flüchtlingspate, organisiert ein wöchentliches Sportangebot für 200 Flüchtlinge im Landkreis Bautzen und initiierte ein Sportfest für Asylsuchende in den Sportarten Volleyball, Basketball und Fußball. Bei der Sportjugend des Sportbundes des Landkreises Bautzen e.V. ist Tim Döke verantwortlich für die internationale Jugendarbeit.

Preisträger 2014

Das Bündnis engagiert sich seit 2011 für Asylbewerber in Kamenz. Die Ehrenamtlichen bieten Deutschkurse, Hausaufgabenhilfe und Förderunterricht für die Asylbewerber an. Sie unterstützen die Asylbewerber in ihrem Alltag und tragen gleichzeitig zur Aufklärung der Bevölkerung bei, indem sie Informationsveranstaltungen organisieren. Das Bündnis vermittelt Werte wie Mitmenschlichkeit, Toleranz und Gastfreundlichkeit und regt ein friedliches Zusammenleben an.

Der Verein setzt sich für eine gewaltfreie, faire und tolerante Fankultur ein. Um diese Ziele zu erreichen, organisiert der Verein Filmabende, interkulturelle Fußballturniere und Lesungen. Außerdem ist er Ansprechpartner bei allen Heim- und Auswärtsspielen des FC Erzgebirge Aue. Das Fan-Projekt fördert somit gegenseitigen Respekt und baut diskriminierende Verhaltensweisen ab.

In dieser Kategorie teilten sich zwei Preisträger die Auszeichnung: In der VVN-BdA beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler außerhalb des Unterrichts mit der Zeit des Nationalsozialismus. Sie nehmen an Zeitzeugengesprächen, Fahrten zu Gedenkstätten und Lesungen teil. Die Schüler werden durch das Projekt zu selbstständigem und tolerantem Handeln befähigt. Gleichzeitig lernen sie, sich gegen rechtsextreme und neonazistische Tendenzen und für Demokratie einzusetzen.

Das Käthe-Kollwitz-Gymnasium wird für die Veranstaltungsreihe »Schule im Dialog« ausgezeichnet. Seit 2005 kommen Schülerinnen und Schüler in Vorträgen, Lesungen, Bildungsreisen und Workshops mit historischen Geschehnissen und aktuellen Ereignissen in Berührung. Sie beschäftigen sich etwa mit der NS- und SED-Diktatur, um Extremismus verstehen, und ihm entgegenwirken zu können. Sie lernen, sich eine Meinung zu bilden und sie zu vertreten. Beides sind wichtige Fähigkeiten in einer Demokratie.

In Crostwitz bei Kamenz hat Monika Gerdes auf Spendenbasis eine Pilgerherberge am Ökumenischen Pilgerweg eingerichtet. Gerdes, selbst Sorbin, ermöglicht Pilgern das Kennenlernen des sorbischen Volkes und seiner Kultur. Diese Begegnungen fördern den Abbau von Vorurteilen.

Preisträger 2013

Der Jugendbeirat ist ein informelles Gremium, das dem Stadtrat als Jugendvertretung beisitzt. Zehn für die Dauer von zwei Jahren gewählte Jugendliche im Alter zwischen 15 und 24 Jahren initiieren Angebote für junge Menschen vor Ort, z.B. die »Glauchauer Bildungsmesse«, Weiterbildungen, Projekttage und Elternabende an zwei Mittelschulen zu den Themen Demokratie und Toleranz. Außerdem bringt sich der Jugendbeirat bei Fragen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus aktiv ein. Jugendliche erfahren dank des Jugendbeirates die Bedeutung von gelebter Demokratie sowie von praktiziertem politischen Engagement und können sich selbst aktiv einbringen.

Der Bereich Integrationssport des Vereins erleichtert Zuwanderern die Annäherung an und die Integration in unsere Gesellschaft. Durch gemeinsame sportliche Aktivitäten und Erlebnisse werden bei allen Teilnehmern Werte des gesellschaftlichen Zusammenlebens wie Toleranz, gegenseitiger Respekt, Teamfähigkeit und Solidarität entwickelt und gefördert. Somit werden gegenseitige Befangenheit, Ängste und Vorurteile abgebaut und kommunikative Defizite überwunden. Der Verein ist offizieller Stützpunktverein des Programms »Integration durch Sport« des Deutschen Olympischen Sportbundes und kooperiert mit zahlreichen demokratiefördernden Arbeitsgemeinschaften und Vereinen.

In enger Zusammenarbeit mit etwa 50 Kindertageseinrichtungen, Schulen und Vereinen der Kinder- und Jugendarbeit/-bildung leistet die Initiative Präventionsarbeit gegen fremdenfeindliche Tendenzen und politischen Radikalismus – häufig durch aufklärende Vorträge und Anbringen von Großplakaten an öffentlichen Orten (z. B. Einkaufszentren). Die Initiative trägt sehr öffentlichkeitswirksam zur Auseinandersetzung der Bevölkerung mit den Themen Fremdenfeindlichkeit und Radikalismus bei.

Alle zwei Jahre veranstaltet er das Kolloquium »Hubertusburger Friedensgespräche«. Die Auslobung eines eigenen Jugend-Friedenspreises durch den Freundeskreis soll Jugendliche anregen, sich aktiv mit dem Thema Frieden zu beschäftigen. Darüber hinaus hat der Freundeskreis die »Places of Peace«, ein europäisches Netzwerk von Friedensorten, mitbegründet. Derzeit sind darunter 12 Orte zusammen gefasst, an denen bedeutende Friedensverträge geschlossen wurden. 1763 wurde durch den Hubertusburger Frieden der Siebenjährige Krieg beendet und damit erstmals ein weltweiter Konflikt befriedet. Durch zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte trägt der Freundeskreis der historischen Bedeutung des Schlosses Hubertusburg Rechnung.

Preisträger 2012

Im Rahmen des Projektes »KLEINHAYN – meine Stadt« lernen Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen sozialen Milieus, demokratische Verantwortung zu übernehmen. In Selbstverantwortung gestalten sie mit eigenem Bürgermeister und Stadtrat politische Entscheidungen in der Spielstadt KLEINHAYN. Beteiligt sind auch Kinder mit Behinderungen und es steht ein toleranter Umgang miteinander im Mittelpunkt.

Der Verein setzt sich für den Erhalt der St. Michaelis Kirche in dem Ortsteil der Gemeinde Triebel im Vogtlandkreis ein. So konnten bisher das Kirchgebäude vor dem Verfall bewahrt, die Kirchturmuhr restauriert und der Taufengel wieder geweiht werden. Ehrenamtlich tätige Bürger beleben kulturelles und geistliches Leben in dem ehemaligen Grenzort neu. Als nächstes Projekt soll der ehemalige Altar zurück in die Kirche gebracht werden.

Preisträger 2011

Ruth Zacharias erhält den Preis für ihren langjährigen Einsatz für taubblinde und mehrfach behinderte Menschen. Die selbst blinde Preisträgerin hat mit viel Fleiß und Begeisterung in Radeberg die Begegnungsstätte »Storchennest« aufgebaut.

Das Projekt Meetingpoint ist eine Jugend-Kultur-Begegnungsstätte auf dem Gelände eines ehemaligen Kriegsgefangenenlagers in Zgorzelec. Die Begegnungsstätte für Jugendliche aus Polen und Deutschland dient dem kulturellen Austausch und der Versöhnung und macht Geschichte erlebbar.

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