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Wissenschaft und Kunst

Sächsisches Staatsministerium für Wissenscft und Kunst

Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst wirft zum Tag des Offenen Regierungsviertels einen Blick zurück ins Jahr 1918, in dem der Erste Weltkrieg beendet wurde: »Endlich Frieden«.  Wir richten für Sie die Scheinwerfer auf einige Momente in Leben, Wissenschaft und Kunst im Sachsen von vor einhundert Jahren.

Bei hoffentlich schönem Wetter können Sie im Garten zwischen Innen- und Kunst- und Wissenschaftsministerium den Tag genießen: in die Bäume schauen, ein Getränk genießen, der Musik lauschen.

Auch in diesem Jahr sorgt der Sächsische Musikrat den ganzen Tag über für musikalischen Kunstgenuss. Dixieland und Chicago Jazz, kamen sie nicht aus den Kinderschuhen, als der Erste Weltkrieg zu Ende ging? Vorwiegend Jazzmusik wird folglich 2018 die Besucherinnen und Besucher durchs SMWK begleiten.

Suche nach dem Aschenputtel….Wer passt in die originalgetreuen Kostüme aus dem Fundus der Sächsischen Staatstheater im Stil der Mode von vor 100 Jahren? Verkleiden Sie sich und lassen Sie ein Erinnerungsfoto schießen!

Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) präsentiert »Sachsen digital«, das Landesdigitalisierungsprogramm für Kultur und Wissenschaft. Ob Adressbücher, Karten, Fotografien, Musikalien oder Landtagsprotokolle, immer mehr Zeugnisse der sächsischen Geschichte sind digital verfügbar – auch aus dem Jahr 1918. Sie erfahren, wie Sie mit den digitalisierten Quellen der SLUB selbst auf Zeitreise gehen können. Zudem steht Generaldirektor Prof. Dr. Thomas Bürger für Fragen und Anregungen der Besucher zur Verfügung.

Kinder (und auch Erwachsene) kommen in diesem Jahr mit den Staatlichen Kunstsammlungen auf ihre Kosten. Angeboten wird zum einen ein Spiel, ein Memory mit Bildern von Werken aus der Gemäldegalerie Alte Meister.

Außerdem gibt es die Möglichkeit zum Malen und Zeichnen. Selbstporträts können nach »Anweisungen / Aufgabenstellung« (Zeichne dein Porträt in einer Linie, ohne abzusetzen! Zeichne dein Porträt mit drei Farben, die deinen Charakter am besten wiederspiegeln!) auf Postkarten zum Mitnehmen entstehen.

    »1918 Chiffre zu Umbruch und Aufbruch«

    Im Rahmen des Förderschwerpunktes »1918« des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst stellen sich auch vier vom SMWK geförderte Projekte und ihre Institute vor. Sie beleuchten sehr unterschiedliche Teilaspekte des gesellschaftlichen und politischen Wandels um 1918. Mit der Vorstellung der Projekte soll dem Publikum ein Einblick in das Leben vor hundert Jahren gegeben und der historische Umbruch verdeutlicht werden:

    • Leibniz-Institut für Jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow, Leipzig; »Protestantischer Kanon und jüdische Erfahrung in der Pluralismuskonzeption Horace M. Kallens«: Das von Horace M. Kallen (1882–1974) entwickelte innovative Konzept des kulturellen Pluralismus steht exemplarisch sowohl für den geistigen Umbruch, als auch für die langanhaltende und räumlich weit über Europa hinausreichende Wirksamkeit der Zäsur von 1918. Das Forschungsvorhaben untersucht die Übertragungen des während des Ersten Weltkriegs und in den unmittelbar darauffolgenden Jahren erarbeiteten Konzepts von Kallen in unterschiedliche Zeiträume amerikanisch-jüdischer Geschichte des 20. Jahrhunderts bis zum Anfang der 1970er Jahre. Wie Kallen dabei amerikanische protestantische Denktraditionen in seine Konzeption von Pluralismus überführte und mit amerikanisch-jüdischer historischer Erfahrung der Zwischenkriegszeit und während des Kalten Kriegs neu dachte, ist das zentrale Erkenntnisinteresse der Studie.
       
    • Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Dresden; »1918 als Achsenjahr der Massenkultur. Kino, Filmindustrie und Filmdiskurse in Dresden vor und nach 1918«: Dresden war 1918 mit rund 530.000 Einwohnern die sechstgrößte Stadt Deutschlands. Das Projekt analysiert deren Genese zur Kinometropole und die Entstehung einer neuen Massenkultur. Dabei interessieren kinogeschichtliche Fragestellungen ebenso, wie das Kino als Wirtschafts- und Innovationsfaktor und die zahlreichen Diskurse, die um den Stellenwert der Filmkunst geführt wurden. Visualisiert werden die Ergebnisse in einer Webseite, die unter Einbezug der Spielpläne in chronologischer Abfolge zeigt, wie der urbane Raum mit Lichtspielhäusern verdichtet wurde.
       
    • Sorbisches Institut, Bautzen; »1918 als Stunde Null der ›nationalen Minderheit‹. Zur Umweltgeschichte einer politischen Kategorie«: Als Umbruch und Aufbruch steht das Jahr 1918 symbolisch für eine Reihe von Entwicklungen, die politische Ordnungen zu Fall brachten und neue schuf. Die sorbische Geschichte als eine Geschichte einer nationalen Minderheit spiegelt im Besonderen die Verwerfungen der Neuordnung Europas nach 1918 wider. Das Projekt geht den historischen und aktuellen Entwicklungen der Debatte um die Verortung der Sorben in der Lausitz als natürlichen Raum nach und fragt, wie ihre Geschichte als Minderheit in die Landschaft eingeschrieben wird.
       
    • Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der Technischen Universität Dresden; »Aufbruch zu Demokratie und Nationalstaatlichkeit im Dreiländereck. Deutschland – Polen – Tschechoslowakei nach dem ›Großen Krieg‹ (1918 – 1923)«: Das Forschungsvorhaben untersucht die miteinander verflochtenen Prozesse der Demokratisierung und Nationalisierung im Grenzraum des Dreiländerecks Deutschland – Polen – Tschechoslowakei in den Jahren 1918 bis 1923. Untersucht werden sollen Kontinuitäten und Brüche des politischen und gesellschaftlichen Wandels vom Ende des Ersten Weltkriegs hin zur neuen post-imperialen Staatenordnung, wobei insbesondere ein Blick geworfen werden soll auf die Wechselbeziehung von lokalen und nationalstaatlichen Entwicklungen.
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